Steckbrief von Campino
Steckbrief von Campino

Andreas "Campino" Frege


Seit einer Bonbonschlacht hat er den Spitznamen „Campino“. In der Band ist er für den Gesang und überwiegend für das Texte Schreiben zuständig. Er ist am 22.06.1962 in Düsseldorf geboren und hat 5 Geschwister, wobei er einen Bruder nicht kennen gelernt hat, da er vor seiner Zeit gestorben ist. Sein Großvater (Ludwig Frege) war Präsident des Bundesverwaltungsgerichts. Sein Vater war Richter und seine Mutter war Lehrerin. Da seine Mutter gebürtige Engländerin war wuchsen Campino und seine Geschwister zweisprachig auf.

Als er zwei Jahre alt war, zog er mit seiner Familie nach Mettmann. Dort besuchte er zuerst das Heinrich-Heine-Gymnasium, wechselte jedoch nach einem Jahr auf das Humboldt-Gymnasium in Düsseldorf.

Seine Mutter stand eines Tages mit einem Merkblatt von der Musikhochschule mit 7 Instrumenten vor ihm und forderte ihn auf, sich eins auszusuchen, was er lernen sollte. Er suchte sich die Trompete aus und somit machte er 4 lange Jahre eine klassische Trompetenausbildung. Obwohl er eigentlich nicht richtig mit der Trompete etwas anfangen konnte, schlug er sich die 4 Jahre durch, damit er seine Mutter nicht enttäuschte. Denn sein eigentlicher „Berufswunsch“ war Fußballer.

Was ihm aber der Musikunterricht beigebracht hatte, war Noten lesen, was er immer noch konnte, als er in seiner ersten Band war.
Sein zwölf Jahre älterer Bruder John hatte ihn schon recht früh mit der neuesten Musik aus der weltweiten Musikkultur versorgt. John war so was wie ein Streitschlichter, denn er vermittelte immer zwischen den „Kleinen“ und dem Vater. Von John bekam Campi sein erstes Mikro geschenkt. Er nahm ihn auch zu Campis aller erstem Punkkonzert mit 14 Jahren im Sommer 1976 mit.

Campi war gerade bei der Familie seiner Mutter in England, als sein Bruder John zu Besuch kam und ihn mit nach London nahm, in einen Schuppen namens „Rock Garden“ zum Konzert von „Count Bishops“. Campi war am Ende des Konzerts der Meinung, dass er der einzige „Coole“ in dem Laden gewesen wäre, dabei war er, wie sein Bruder sagte, der einzige Idiot in dem Laden gewesen.

Da war für ihn klar, dass er etwas ändern musste. Am nächsten Tag ging er in die Plattenläden und holte sich die neue Platte von den „Bishops“. Doch seine Mutter fand es nicht so gut, dass ihr Sohn jetzt diese Musik hörte. Sie verstand die Texte ja als Engländerin alle recht gut und hatte Angst, dass das ihn „kaputtmachen“ würde. Später ging sie sogar zu den Konzerten der „Hosen“.

Ein paar Häuser weiter wohnte ein Freund von Campi, Andreas, besser bekannt als „Andi“. In dem Haus durfte er von Andis Eltern aus nicht mehr rein, nachdem er und Andi sich nicht nur die Schuhe, sondern auch die Haare gefärbt hatten. Als die beiden zum xten-Male nach England gefahren sind, haben sie das meiste Geld für Tickets von Zügen und Konzerten ausgeben. Somit sahen sie auch das Abschiedskonzert von „Sham 69“.

Als er mit 15 schon aufgeben hatte, einen Beruf mit Musik zu machen, machte sein Bruder John ihm wieder mal Mut und sagte ihm, er sollte sich auch andere suchen, die Musik machen möchten. Dann ging er ins „Rock on“ und verbreitete, dass er Sänger wäre und eine Band suchen würde. Sein Glück war, dass am vorigen Tag zwei Jungs da gewesen waren, die eine Band suchten und auch ihre Telefonnummer da gelassen hatten. Darauf ließ er auch seine Nummer da und kurz danach klingelte es bei ihm. Damit machte seine Karriere ihren Lauf. Es entstand die Band „ZK“. Fabsi, ein Mitglied von „ZK“ beschreibt Campi als 15 Jährigen in einen Interview so: „Campi hatte schon damals einen bestimmten Weg und kam immer mit neuen Ideen um die Ecke, bei denen wir uns immer gefragt haben: „Wo hat der die jetzt wieder her?“. Er hat auf seinem langen Schulweg von Mettmann nach Düsseldorf immer schon eine tierische Zettelwirtschaft veranstaltet. Der kam nach der Schule zur Probe, entleerte seine Tasche – und der ganze Proberaum war ausgelegt mit Zetteln. Da standen dann Ideen und Texte drauf.“

In seiner Schulkarriere blieb er zweimal sitzen und war dann mit Breiti in einer Klasse. Aber er bekam noch die Kursve und beendete die Schule 1983 erfolgreich mit Abitur ab. Er war auch acht Monate bei der Bundeswehr, bis er als Kriegsdienstverweigerer anerkannt wurde, und leistete danach den Zivildienst in der Landespsychiatrie Düsseldorf-Grafenberg.

Die Hosen waren 1988 gerade auf ihrer Monster-Tour und hatten abends noch einen Auftritt gehabt, als Campino am nächsten Tag von Kiki, dem Tourmanager, in eine HNO-Klinik in Hannover geschickt wurde, weil er Probleme beim Singen hatte. Es stellte sich heraus, dass er einen Stimmbandanriss hatte. Er lag acht Tage in der Klink. Von nun an sollte er mit Kochsalzlösung gurgeln. Es ging ihm aber auch körperlich nicht so gut. Während seinem Aufenthalt in der Klink ist jedes weitere Konzert ausgefallen.

Für das Album „Opium fürs Volk“ ist er zum Texte schreiben in ein Kloster gegangen. Das Kloster kennt er, seid dem er vor Jahren um Mitternacht aus Spaß an einer Messe mitgemacht hatte. Er ging dort hin, um sich über die Leute lustig zu machen, aber es wurde ein langes und gutes Gespräch daraus und schließlich war er der Letzte der ging. Er verstand sich so gut mit dem Priester, der ihm angeboten hatte, dass er immer ins Kloster kommen kann, wenn er mal Ruhe braucht. Bei einer Jugendmesse hielt er, wenn auch etwas unfreiwillig, eine Predigt.

Da die andere gar nicht so gerne im Rampenlicht stehen und Interviews geben, waren sie sehr froh, dass dies meistens Campino übernimmt. Dadurch und auch als Person in Deutschland hat er eine hohe Medienpräsenz. So ist er seit Mitte der 1980er Jahre in zahlreichen Talkshows im Fernsehen zu sehen und galt dort auch immer als angesehener Gesprächspartner. Er traf zum Beispiel bei Bettina Böttingers auf Gretchen Dutschke-Klotz, und von Alfred Biolek wurde er sogar zweimal eingeladen, einmal zusammen mit seiner Mutter, ein anderes Mal mit seinem Freund, dem damaligen Abt der Benediktinerabtei in Meschede, Stephan Schröer OSB eingeladen. Passend dazu nahm er in beiden Sendungen konkret Stellung zu Kirche, Glauben und Religion. Er traf aber noch mal auf Alfred Biolek, nur in etwas anderen Rahmen, den Campino und Kuddel waren Gast in seiner Kochsendung. 2001 drehte der NDR in der Reihe „Gott und die Welt“ eine Dokumentation und ein weiteres 42-minütiges Filmportrait mit dem Titel Campino – Mein Leben entstand 2004 für Arte und das ZDF.

Aber er war auch Hinter den Kulissen in den Medien. So fungierte er mehrmals selbst als Journalist. Zum Beispiel interviewte er für den "Spiegel" 1994 die damaligen Jugendministerin Angela Merkel , der er Fragen über ihre Erfahrungen mit Drogen, Alkohol und den ersten Berührungen mit Popmusik stellte. Schon ein Jahr davor stelle er Paul McCartney ähnliche Fragen. Ein Jahr bevor Joe Strummers gestorben war, interviewte er ihn im August 2001 für das SZ-Magazin. Aber Seine "Journalistenkarriere" begann bereits 1989. Damals interviewte er die Punkmusiker Joey Ramone und Dick Manitoba in New York für "ME Sounds".

Das Lied "Nur zu Besuch" widmete er seiner Mutter und verarbeitete ihren Tod im Text, denn er innerhalb 20 Min. fertig hatte. "Unser Haus" handelt von seiner Kindheit und dem Tod seines Vaters. Da beide Elternteile an Darmkrebs gestorben sind, beteiligt er sich an diversen Aufklärungsaktionen und ruft öffentlich zur Teilnahme an den Vorsorgeuntersuchungen auf.

Er hat einen gemeinsamen Sohn (Lenn Julian) mit der Schauspielerin Karina Krawczyk, der 2004 zur Welt kam.

Campino versuchte sich aber auch mehrmals als Schauspieler. 1986 spielte er in dem Film "Verlierer" von Bernd Schadewald eine Nebenrolle, in dem auch Ralf Richter mitspielte. In dem "Fahnder" spielte er 1990 einen Punk. Neben Gisela Schneeberger spielte er 1992 spielte die Hauptrolle in der Filmkomödie "Langer Samstag" von Hanns Christian Müller. Auch auf der Theaterbühne probierte er sich bei einer Inszenierung von Bertolt Brechts "Dreigroschenoper" unter der Regie von Klaus Maria Brandauer im Berliner Admiralspalast. Im November 2009 feierte Campinos Film "Palermo Shooting", in dem er die Hauptrolle hat, in der Essener Lichtburg Premiere, mit Wim Wenders, aber leider ohne Campino, da es der erste Tag der Hosen Tour war. Danach bereisten Campino und Wim Wenders die Kinos 40 Städte und beendeten ihre "Filmtour" am 5.4.2009 in Essen im Eulenspiegel. Doch bevor der Film in die Kinos kam, wurde er das erste mal gezeigt Ende Mai 2008 bei den 61. Filmfestspielen in Cannes.

Bei den "100 größten Deutschen" im ZDF 2003 erreichte unter den dreihundert zur Auswahl gestellten Menschen Platz 65.

2006 übernahm Campino beim Echo die Laudatio für Bob Geldof.

Er ist seit dem 6. Dezember 2006 Pate der Regine-Hildebrandt-Schule in Birkenwerder, wo er auch das Projekt betreute" Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage".

Hier eine Auswahl von Produktionen, an denen Campino mitgewirkt hat als Gastsänger:

1988 Album "Wild Times Again " von "The Lurkers".

1996 Album "Honest John Plain & Friends " von "Honest John Plain" in den "Titeln Thinking of You", "Song for Me" und "Marlene".

1997 Album "Power Cut" von "The Boys".

1998 Single "Raise your Voice" von "Bad Religion"

2006 Album "26 1/2" von "Fehlfarben" interpretierte er den Titel "Paul ist tot".

2006 Album "A Foot Full Of Bullets" von "Peter and the Test Tube Babies" im Titel "Smiling Through the Tears".

2007 Album "La Vida… es un Ratico" von "Juanes" im Titel "Bandera de Manos"

 

2009 Album Crisis von Motorama im Titel Do anything you wanna do

 

2011 Album Los Contrarios von Desorden Público im Titel City of the Dead.

 

2011 Single Alles nochmal von vorn von Wölli & Die Band des Jahres.